Welche Unterlagen soll ich vorbereiten?
Bringen Sie einen amtlichen Lichtbildausweis sowie den behördlichen Bescheid oder die Zuweisung mit. Bringen Sie benötigte Brillen oder Kontaktlinsen mit. Ob weitere Unterlagen notwendig sind, hängt von Ihrem Auftrag ab. Fragen Sie vorab nach, statt vorsorglich eine möglichst große Menge persönlicher Dokumente zu übermitteln.
Weiterführende Informationen: Ablauf und mitzubringende Unterlagen →
Muss ich für die Tests lernen?
Im Mittelpunkt stehen psychologische Fähigkeiten und verkehrsrelevante Merkmale, nicht das Auswendiglernen von Verkehrsregeln. Die Verfahren müssen wissenschaftlich geeignet sein. Vor jedem Leistungstest gibt es eine Erklärung und Übungsphase. Nutzen Sie diese Gelegenheit, um die jeweilige Aufgabe zu verstehen, und sprechen Sie Unklarheiten vor dem eigentlichen Test an.
RIS: Führerscheingesetz-Gesundheitsverordnung · § 18 Abs. 1, 2 und 6 ↗
Wie gehe ich mit Nervosität um?
Planen Sie die Anreise mit Zeitreserve und vermeiden Sie zusätzliche Erledigungen direkt vor dem Termin. Notieren Sie organisatorische Fragen im Voraus. Sprechen Sie an, wenn eine Instruktion oder eine Aufgabenstellung unklar ist oder Sie eine Pause benötigen. Sprechen Sie auch an, dass Sie nervös sind. Wir sind bemüht Sie möglichst gut zu unterstützen.
Für die vollständige Untersuchung sollten Sie mehrere Stunden einplanen. Der tatsächlich benötigte Zeitraum hängt vom Umfang und vom individuellen Verlauf ab. Fragen Sie nach dem geplanten Zeitrahmen bei der Anmeldung.
Was ist bei Krankheit oder Medikamenten zu beachten?
Informieren Sie die Untersuchungsstelle rechtzeitig, wenn Sie akut erkrankt sind oder sich nicht leistungsfähig fühlen. Besprechen Sie Fragen zu verordneten Medikamenten mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt und der Untersuchungsstelle; setzen Sie Medikamente nicht eigenmächtig ab. Für die Beurteilung können Gesundheit, Substanzeinwirkungen und die konkrete Fragestellung relevant sein. Eine allgemeine Internetinformation ersetzt diese individuelle Klärung nicht.
RIS: Führerscheingesetz-Gesundheitsverordnung · §§ 3 und 14 ↗
Worum geht es im Gespräch?
Im Gespräch werden die Vorgeschichte, die Erfahrungen im Straßenverkehr und der Untersuchungsanlass aufgearbeitet. Bei der Bereitschaft zur Verkehrsanpassung spielen insbesondere Verantwortungsbewusstsein, Selbstkontrolle, psychische Stabilität und Risikobereitschaft eine Rolle. Hilfreich ist eine ehrliche, nachvollziehbare Darstellung der eigenen Situation. Vorformulierte Antworten oder ein einstudiertes „Idealbild“ sind keine geeignete Vorbereitung.
RIS: Führerscheingesetz-Gesundheitsverordnung · § 18 Abs. 3 ↗
Wer entscheidet anschließend über den Führerschein?
Die verkehrspsychologische Stellungnahme ist ein fachlicher Bestandteil des Verfahrens. Sie ist nicht selbst die behördliche Entscheidung über die Lenkberechtigung. Welche weiteren Schritte notwendig sind, richtet sich nach dem Verfahren und dem Auftrag der Behörde. Klären Sie nach dem Termin, wie die Stellungnahme weitergeleitet wird und an wen Sie sich bei Fragen zum Verfahren wenden können.
Eine praktische Checkliste für Ihren Termin
- Bescheid, amtlichen Lichtbildausweis und benötigte Sehhilfen bereitlegen.
- Anfahrt, Treffpunkt und ausreichend Zeit für die gesamte Untersuchung einplanen.
- Gesundheitliche Einschränkungen, Sprache oder notwendige Unterstützung frühzeitig ansprechen.
- Fragen zur Einnahme verordneter Medikamente ärztlich klären; nichts eigenmächtig absetzen.
- Bei mehreren Aufträgen die Termine und die Aktualität der Befunde gemeinsam planen.
Sind VPU und Nachschulung vorgeschrieben, muss die Untersuchung vor der Nachschulung stattfinden. Eine psychiatrische Stellungnahme wird gesondert bei einer Fachärztin oder einem Facharzt erstellt; sie ist keine INFAR-Leistung.
Grundlage: FSG-NV § 5: Kursumfang, Teilnahme und Reihenfolge · FSG-GV § 14: Alkohol, Sucht- und Arzneimittel · FSG-GV § 2: Ärztliches Gutachten und Aktualität von Stellungnahmen
Was Sie nach dem Termin klären sollten
Fragen Sie, wie das Ergebnis erläutert wird und wie die Stellungnahme in das behördliche Verfahren gelangt. Jede durchgeführte Untersuchung ist unverzüglich zu melden; die Übermittlung der schriftlichen Stellungnahme erfolgt nach vollständiger Bezahlung. Ein Ergebnis ersetzt nicht die Entscheidung der Behörde.
Bei einem ungünstigen Ergebnis ist eine Wiederholung innerhalb von zwölf Monaten nur auf ausdrückliche behördliche Anordnung möglich. Planen Sie daher keine neue Untersuchung bei einem anderen Anbieter, ohne den Verfahrensweg zu klären.
Grundlage: FSG-GV § 18: Untersuchung, Übermittlung und Wiederholung · FSG § 8: Gesundheitliche Eignung
Häufige Fragen
Was kann ich gegen Nervosität vor dem Termin tun?
Planen Sie die Anreise mit Reserve und notieren Sie organisatorische Fragen. Sagen Sie vor einem Test, wenn Sie die Erklärung nicht verstanden haben. Eine Pause oder weitere Erläuterung kann im vorgesehenen Ablauf besprochen werden. Niemand sollte Ihnen versprechen, dass Nervosität niemals eine Rolle spielt oder das Ergebnis sicher positiv wird.
Muss ich Verkehrszeichen auswendig lernen?
Die VPU ist keine theoretische Führerscheinprüfung. Untersucht werden die im Auftrag vorgesehenen psychologischen Voraussetzungen. Das Lernen von Verkehrszeichen ersetzt diese Beurteilung nicht.
Grundlage: FSG-GV § 18: Untersuchung, Übermittlung und Wiederholung
Brauche ich zuerst den psychiatrischen Befund?
Das hängt vom konkreten medizinischen Auftrag und von den benötigten Unterlagen ab. Es gibt aus der Reihenfolgeregel für VPU und Nachschulung keine pauschale Reihenfolge für Psychiatrie und VPU. Stimmen Sie dies mit der anfordernden Stelle ab.
Grundlage: FSG-GV § 14: Alkohol, Sucht- und Arzneimittel · FSG-NV § 5: Kursumfang, Teilnahme und Reihenfolge
Die verlinkten Rechtsgrundlagen helfen bei der Orientierung. Ihr Bescheid und die individuelle fachliche Beurteilung sind für den konkreten Fall maßgeblich.

